Die Afrikanische Birne, wissenschaftlich bekannt als Dacryodes edulis und auch Safou, Buschbirne oder Ube genannt, ist ein Obstbaum, der im tropischen Afrika heimisch ist. Sie gehört zur Familie der Burseraceae, zu der auch Weihrauch und Myrrhe zählen. Dieser immergrüne Baum wird wegen seiner nahrhaften Frucht sehr geschätzt, die in vielen Teilen West- und Zentralafrikas ein Grundnahrungsmittel ist. Die Frucht wird normalerweise gekocht verzehrt und hat eine buttrige Textur sowie einen leicht säuerlichen, aromatischen Geschmack.
Taxonomie
Blätter:
• Zusammengesetzte, unpaarig gefiederte Blätter mit 5 bis 8 Blättchenpaaren
• Die Blättchen sind länglich-lanzettlich, auf der Oberseite glänzend dunkelgrün und auf der Unterseite blasser
• Das Laub ist dicht und beim Zerreiben aromatisch
Blüten:
• Klein, unscheinbar und gelblich-grün, in dichten endständigen Rispen
• Der Baum ist zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten kommen auf getrennten Bäumen vor
Frucht:
• Eine ellipsoide Steinfrucht, normalerweise 4 bis 12 cm lang und 3 bis 6 cm breit
• Die Schale ist glatt und variiert je nach Sorte in der Farbe von dunkelblau-violett bis grünlich-weiß
• Das Fruchtfleisch ist blassgrün bis gelbgrün, mit einem hohen Fettgehalt, der ihm eine buttrige Konsistenz verleiht
• Enthält einen einzelnen, großen, steinigen Samen mit einer holzigen Schale
Lebensraum:
• Bevorzugt Tieflandregenwälder und Waldränder
• Häufig in Brachfeldern und traditionellen Agroforstsystemen zu finden
Klima & Boden:
• Optimaler Jahresniederschlag: 1.200 bis 3.000 mm
• Optimale Temperatur: 22 bis 28 °C
• Wächst am besten auf gut durchlässigen, fruchtbaren, leicht sauren Böden (pH 5,0 bis 6,5)
• Verträgt eine Reihe von Bodentypen, ist aber empfindlich gegenüber Staunässe
Bestäubung:
• Hauptsächlich Insektenbestäubung, wobei Bienen die Hauptbesucher sind
• Die Zweihäusigkeit erfordert das Pflanzen sowohl männlicher als auch weiblicher Bäume für die Fruchtproduktion
Makronährstoffe (pro 100 g frisches Fruchtfleisch):
• Wasser: 50-60 %
• Lipide: 20-50 % (variiert stark je nach Sorte und Reifegrad)
• Protein: 3-7 %
• Kohlenhydrate: 10-20 %
• Ballaststoffe: 4-8 %
Fettsäureprofil:
• Das Öl ist reich an ungesättigten Fettsäuren, hauptsächlich Ölsäure und Linolsäure, mit einem signifikanten Anteil an Palmitinsäure
Mikronährstoffe:
• Reich an Kalium, Magnesium und Phosphor
• Enthält bemerkenswerte Mengen an Vitamin C und Provitamin-A-Carotinoiden
• Das Aminosäureprofil ist reich an essentiellen Aminosäuren, insbesondere Lysin und Leucin
Vermehrung:
• Traditionell durch Samen vermehrt, die leicht keimen, aber nicht sortenecht sind
• Vegetative Vermehrungsmethoden wie Luftschichtung, Veredelung und Stecklinge werden zunehmend eingesetzt, um überlegene Sorten zu vermehren und eine frühe Fruchtbildung zu gewährleisten
Anbau:
• Sämlinge werden in Baumschulen im Schatten aufgezogen und zu Beginn der Regenzeit auf das Feld gepflanzt
• Für reine Bestände wird ein Abstand von 10 bis 12 Metern empfohlen
• Regelmäßiges Jäten ist während der Etablierungsphase unerlässlich
• Der Schnitt ist minimal und dient hauptsächlich der Formgebung und dem Entfernen abgestorbener Äste
Ernte:
• Aus Samen gezogene Bäume beginnen nach 5 bis 10 Jahren Früchte zu tragen; vegetativ vermehrte Bäume können bereits nach 3 bis 4 Jahren Früchte tragen
• Die Früchte werden von Hand oder mit langen Stangen mit Haken geerntet
• Die Früchte reifen nicht gleichzeitig, so dass pro Saison mehrere Ernten erforderlich sind
Kulinarische Verwendung:
• Das Fruchtfleisch wird fast immer gekocht verzehrt, entweder durch Kochen, Rösten in heißer Asche oder Dämpfen
• Durch Kochen wird das Fruchtfleisch weich und kann dann als Gemüse gegessen werden, oft zusammen mit Mais, Maniok oder Kochbananen
• Das extrahierte Öl kann zum Kochen verwendet werden
Medizinische Verwendung:
• Verschiedene Teile des Baumes werden in der traditionellen Medizin zur Behandlung von Krankheiten wie Hautkrankheiten, Ruhr und Fieber eingesetzt
• Das Harz aus der Rinde wird als Wundverband und zur Behandlung von parasitären Hautinfektionen verwendet
Sonstige Verwendung:
• Das Holz ist weich und gräulich-weiß und wird für leichte Konstruktionen, Werkzeuggriffe und Brennholz verwendet
• Der Baum bietet hervorragenden Schatten in Agroforstsystemen
• Der Samenkern enthält Öl, das als Brennstoff für traditionelle Lampen verwendet wird
Wusstest du schon?
Die Afrikanische Birne wird oft als 'Buschbutter' bezeichnet, da ihr lipidreiches Fruchtfleisch einen Schmelzpunkt nahe der menschlichen Körpertemperatur hat, was ihr eine einzigartige, buttrige Konsistenz verleiht, die beim Kochen buchstäblich im Mund schmilzt. Das charakteristische Aroma der Frucht, das sich beim Kochen verstärkt, ist auf eine komplexe Mischung flüchtiger Verbindungen wie Terpene und Ester zurückzuführen, die auch in ihren Verwandten, Weihrauch und Myrrhe, vorkommen.
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